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Vorstellung

Es gibt keine Welt an sich, nur Weltvisionen. Alle Weisen, eine Welt zu beschreiben, sind Mittel zur Erkenntnisgewinnung. Der Symbolbegriff Goodmans wird von ihm so erweitert, dass sich auch Erkenntnisprozesse außerhalb der Wissenschaft nachvollziehen lassen, vor allem bei solchen, die auf nonverbalen Symbolismen beruhen: Tönen, Bildern, Modellen, Karten, Zeichnungen etc. Die Welt zerfällt in Weltvisionen, die höchstens kollektiv eingeübt werden können. Die Künste haben darin Erkenntnisfunktion. Sie einen die Teile. Vielleicht hilft eine Einordnung der Architektur in die Künste bei der Annäherung an den gebauten Raum. Wir bewegen uns in Räumen, benutzen sie, wir können die Begegnung mit ihnen nicht in dem Maße vermeiden, wie wir das bei Werken der bildenden Kunst tun können. Wir müssen Räume wahrnehmen. Der erste Zugang an Architekturen ist meistens unsere Erwartung an ihren lebenssichernden, lebensordnenden Zweck.


Diese Erwartung kommt vor der Erschließung der eigenständigen Bedeutungswelten, die sie auch haben. Es ergibt sich das hochkomplexe Verhältnis von praktischer versus ästhetischer Funktion. „Das Verhältnis zwischen diesen beiden Funktionen reicht von gegenseitiger Unabhängigkeit über gegenseitige Verstärkung bis hin zu offenem Zwist und kann höchst verwickelt sein.“ (Nelson Goodman, Wie Bauwerke bedeuten - und wann und weshalb, aus „Das Abenteuer der Ideen“, Ausstellungskatalog zur Internationalen Bauausstellung Berlin 1987, Berichtsjahr 1984). Wir öffnen uns den anderen Künsten gegenüber zumeist in einer besonderen Geisteshaltung, der vita contemplativa zum Beispiel. Der räumlichen Erfahrung begegnen wir in jeder Geisteshaltung. Sie ist immer auch Alltag. Wir erleben Architekturen zudem nie ganz, lediglich in Teilen, wir durchwandern sie, den Rest müssten wir jeweils extrapolieren.
Visions

There is no world in itself, we only have visions of a world. All ways of describing a world are a means to gain knowledge of it. Goodman expands the concept of ‘symbol’ in such a manner that it also fits to explain other forms of cognition than those used by natural sciences. Now it refers especially to non-verbal symbolism: sounds, paintings, models, maps, drawings, etc. The world splits up in visions of many worlds. At best these visions can be shared collectively. Any way of doing art is a way of cognition. Art collects world pieces. While we are dealing with man-made spaces, assigning architecture to the arts may be of some help. We move through spaces; we use them, and we cannot avoid meeting them as we can avoid encoutering a piece of art. We cannot escape from perceiving spaces. Often we approach a space for the first time by considering how it can support our life. Such expectations preceed the discovering of meanings a space might also have.


So the highly complex question arises as to how usage and beauty are interrelated. „The relationship between these two functions ranges from independence to neutral reinforcement and to outright contention, and can be highly complex.“ (Nelson Goodman: How Buildings mean. Critical Inquiry, 1985, p. 643) Usually we take in pieces of art while being in a certain kind of mental state, for instance the vita contemplativa. But there is no special mental state for approaching spaces. They are daily things. We never experience a building as a whole, only in part. We can go from one place to another, but have to infer the unseen rest.
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